Albrecht Dürer
   
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DER HEILIGE EUSTACHIUS (1501)

 

Kupferstich, 35 x 26 cm

 

Der Brukenthal Palast, Sibiu (Rumänien)

 


Kommentar

 

Das Einritzen von Zeichnungen in Metallplatten entwickelt sich zunächst in Deutschland und gegen Mitte des 15. Jahrhunderts auch in Italien. Der Kupferstich kombiniert zwei bereits bekannte Techniken: den Prägestempel, der aus einem geschnittenen Holzblock hergestellt wird, und die dekorative Ziselierung von Silber. Durch die Vebesserung des hadernhaltigen Papiers wird die Kupferstichtechnik vereinfacht. Aufgrund seiner Ausbildung war es vor allen anderen Albrecht Dürer, der die Kunst des Kupferstechens revolutionieren und perfektionieren konnte.  Der heilige Eustachius ist allein von einem technischen Standpunkt aus betrachtet ein Meisterwerk. Niemand hatte dem Künstler die feine Abstufung von Licht und Schatten oder die Kontraste von Materialien, man kann sogar sagen, von Farben gezeigt.

 


Einzelheiten

 

Die Geschichte des Heiligen Eustachius, der sich zum Katholizismus konvertiert hat, nachdem ihm bei der Jagd ein Hirsch erschienen war, der zwischen seinen Geweihstangen ein Kreuz trug, war vielerorts bekannt und verlangte nach einem natürlichen Dekor. Die von Dürer dargestellte Landschaft lässt die außergewöhnliche Beobachtungsgabe des Künstlers sowie seine manuelle Virtuosität bei der naturgetreuen Darstellung von Pflanzen und Tieren erkennen: der aufmerksame Blick der Hunde, das widerstrebende Pferd, das mit seinem Huf auf die Erde stampft, die vereinzelten Grasbüschel, ein vom Wind seltsam verdrehter Baumstamm bis hin zu den Vögeln (der Formation des Schwarms zufolge handelt es sich um Stare), die den Bergfried umkreisen. Dürer zeigt eine besondere Vorliebe für eine außerordentliche Detailgenauigkeit, die wie auf dem Kupferstich des Heiligen Eustachius die Gegenwart Gottes in der Schönheit der Natur und damit die universelle Bedeutung der wundersamen Erscheinung des Heiligen ausdrücken soll.

 


Links

 

Website des Brukenthal Palastes in Sibiu:

http://www.brukenthalmuseum.ro/de/palat.php